DevConf 2017 retrospect

Was habe ich daraus gelernt? Was kann ich aus dem Workshop, der Besprechung, oder der Konferenz mitnehmen? Das sind Fragen, die man sich als Teilnehmer einer solchen Veranstaltung stellen sollte. Diese Frage sollten sich aber nicht nur die Teilnehmer stellen sondern auch die Vortragenden!

In diesem Blog Eintrag möchte ich mit euch meine persönlichen Erfahrungen teilen. Eine Konferenz abzuhalten und Workshops für einen ganzen Tag vorzubereiten sind ganz andere Aufgaben als die, mit denen man im alltäglichen Berufsleben konfrontiert ist. Da sammelt man genauso viele Erfahrungen wie die Teilnehmer – nur eben andere.

Wir wollten natürlich bei möglichst vielen diesen „Wow“-Effekt hervorrufen und zeigen, was für eine wundervolle und faszinierende Welt Javascript und gerade Angular bieten kann. Dabei muss man versuchen, Entwickler mit wenig Erfahrung in diesem Bereich abzuholen, genauso wie Leute mit mehr Erfahrung. Die Aufgaben so zu fassen, dass sie nicht zu kompliziert sind, aber auch nicht zu leicht. Der Grat auf dem man sich hier bewegt ist sehr schmal.

Einiges hat dabei naturgemäß besser funktioniert, manches schlechter und manche Dinge konnte man einfach nicht vorhersehen. Einen kurzfristigen Kurzschluss oder vergessene Lieferung des Essens kann man schwer erahnen. Ich habe ein paar der gesammelten Erfahrungen in kurze und knappe Regeln zusammengefasst, um meine Erfahrung zu teilen und zu zeigen wieviel Gedanken wir uns eigentlich bei dem ganzen Thema gemacht haben. Vielleicht hilft es ja dem Einen oder Anderen bei der nächsten Planung eines Workshops.

Komm zum Punkt
Gerade wenn die Leute wissen, dass es einen Workshop gibt – und alle aufs Coden warten – dann wollen sich die meisten nicht lange mit Theorie beschäftigen. Das liegt in der Natur der Dinge. Das verstehe ich richtig gut – es kribbelt quasi schon in den Fingern. Vieles für den Tag war jedoch neu und notwendig für das weitere Verständnis, aber wenn komprimiert werden kann, dann ist das umso besser und sollte genutzt werden. Insgesamt denke ich, hatten wir einen ganz guten Übergang geschaffen.

Nimm dir nicht zu viel vor – dafür aber in Ruhe
Anfangs hatten wir ungefähr das Doppelte von dem vor, was wir schlussendlich präsentiert haben. Wir mussten schon früh feststellen, dass wir uns zu viel vorgenommen hatten. Man kann einfach nicht alles an einem Tag erklären – dazu ist die Thematik einfach zu groß. Wir haben unseren Vortrag auch mit einem Praktikanten durchgeübt und haben dann nochmals gesehen, dass man an der einen oder anderen Stelle den Inhalt runterschrauben muss. Bei einem Workshop braucht man einfach viel mehr Zeit als wenn man selbst vor dem Laptop programmiert. Es treten Probleme auf, Leute wollen Sachen ausprobieren und auch verstehen was es mit einzelnen Notationen, Methoden etc. auf sich hat. Insgesamt war es eine gute Entscheidung einige Themen weg zu lassen und stattdessen sich auf die Grundprinzipien zu beschränken. Und selbst mit diesem Lernstoff hatten wir das Feedback bekommen recht fordernd unterwegs gewesen zu sein. Am 2. Tag haben wir deswegen sogar den Inhalt nochmals angepasst und ein Stück reduziert. Das ist wohl eine der wichtigsten Lehren beim Gestalten eines Workshops: konzentriere dich auf die wesentlichen Bestandteile und nimm dir für diese auch Zeit.

Lockere die Stimmung auf
Nach dem Mittagessen muss auch das Publikum wieder eingefangen werden. Wir haben uns ein Quiz mit den aberwitzigsten Fragen aus Javascript überlegt und dabei kleine Goodies verteilt. Die Idee dazu ist nicht neu und ich habe es auf einigen Konferenzen schon so gesehen, aber wie jedes Mal wird diese Auflockerung dankbar aufgenommen. Gerade wenn es zwischendurch schon von einem Workshop zum nächsten geht, kann so eine kleine Abwechslung und Auflockerung der Situation Gold wert sein.

Darf ich vorstellen
Kurz vor den Workshops bekam ich den Tipp für eine Vorstellrunde. Im 1. Moment kam mir das als nicht wirklich notwendig vor, die Meisten kenne ich und die wenigen die ich nicht kenne, lernt man bei Smalltalk kennen.
Es gibt aber natürlich Kollegen die nicht so lange bei uns im Unternehmen tätig sind oder nicht bei uns angestellt sind und eine Vorstellungsrunde war daher wirklich sinnvoll. Deswegen hat sich jeder der Reihe nach kurz vorgestellt. Man sollte erzählen wer man ist, was man beruflich macht, was man mit Javascript so tut und seine Lieblingsserie nennen. Das war für mich sehr informativ um den Wissensgrad der Workshop-Gruppe einschätzen zu können und war witzig zugleich. Die lustigsten Antworten kamen über die Lieblingsserie und es hat die Stimmung gleich am Anfang aufgelockert. Dabei ist Lieblingsserie ein unverfängliches Thema – gerade in Zeiten von Prime oder Netflix hat jeder eine Lieblingsserie…dachte ich. Die Antworten haben mich dann doch teilweise überrascht!

Doku, Doku, Doku
Wie heißt das Passwort fürs Netzwerk, an wen kann ich mich bei Problemen wenden, wie hat der Befehl auf der Command-Line geheißen um eine neue Komponente zu erzeugen, welchen Editor soll ich eigentlich installieren? Fragen die keine Probleme sind wenn man zu zweit oder zu dritt am Tisch sitzt. Wenn man jedoch in so einer großen Gruppe zusammen sitzt, will man möglichst alle offenen Fragen beantworten und die Teilnehmer unterstützen. Ich war schon selbst an einigen Veranstaltungen dabei und musste diese Fragen als Teilnehmer stellen. Deswegen war es mir schon im Vorfeld wichtig, den Teilnehmern zu helfen oder ihnen gar die Möglichkeit zu geben sich schon ein bisschen auf diesen Tag vorzubereiten. Wir haben Mails, Wiki Seiten und ein Cheat Sheet vorbereitet um für die gängigsten Fragen gewappnet zu sein. Am Cheat Sheet – ein zweiseitiges A4 Blatt, welches jeder Teilnehmer am Konferenztag erhalten hat, standen nützliche Informationen, die man im Verlaufe des Tages so benötigen wird. Ein einfaches aber hilfreiches Tool.

 

Mit dieser Retroperspektive hoffe ich, den Einen oder Anderen zum Nachdenken angeregt zu haben und damit vielleicht für noch interessantere Workshops zu sorgen.

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