So lief der Umzug ins Home-Office bei der Faktor Zehn

Umzug ins Home-Office

Vor ein paar Wochen haben wir Euch schon mal 8 Tipps für das Arbeiten im Home-Office vorgestellt, heute berichtet ein Kollege wie der Umzug ins Home-Office bei der Faktor Zehn lief. Dafür erzählt unser Kollege Martin Köhler von seinen Erfahrungen beim Umzug ins und mit der Arbeit an einem Kundenprojekt vom Home-Office aus:

„Heute will ich berichten, wie ich den Umzug eines Kundenprojekts ins Home-Office erlebt habe. Besonders ist bei mir, dass es sich um ein Projekt in einer anderen Stadt handelt. Daher bin ich in der Regel Montagmorgens angereist und Donnerstagnachmittags zurückgefahren.

Mit den steigenden Corona Zahlen in Deutschland wurde unserem Team im Projekt klar, dass wir damit rechnen müssen auf Remotearbeit in Form von Home-Office umsteigen zu müssen. Das äußerte sich beim Kunden schon dadurch, dass die Einführung einer Collobaration Software forciert wurde. Durch diese wurden vernünftige Audio- und Videokonferenzen mit Screensharing ermöglicht. Somit fuhr ich Donnerstags nach Hause und war nicht sicher, ob ich am nächsten Montag wieder in den ICE steigen werde oder nicht.

Doch dann ging alles schneller als geplant. Freitags kam der Anruf vom Projektleiter und es gab die Order „Wenn eure Anwesenheit nicht absolut notwendig ist, arbeitet von zuhause“. Und so verbrachte ich den Montag anstelle im ICE und beim Kunden am Schreibtisch zuhause – endlich mal wieder montags ausschlafen. Im Projekt waren in der Woche noch ganz wenige (von uns, als auch vom Kunden) vor Ort. Eine Woche später war quasi niemand mehr vor Ort.

Die Umstellung hat hier im Projekt erstaunlich gut geklappt. Es gab natürlich noch ein paar Probleme, bis das neue Tool dann wirklich bei allen einsatzbereit war. Auch rechtliche Fragen, wie wir als Externe das Tool nutzen dürfen, mussten geklärt werden. Aber nach kurzer Zeit konnten wir alle damit sehr effektiv remote arbeiten. Dennoch gab es ein paar Dinge, die besondere Herausforderungen mit sich brachten oder die dafür gesorgt haben, dass es besonders gut funktioniert.

So bin ich beispielsweise in der zweiten Woche der Remotearbeit in unsere Niederlassung gefahren und habe mir dort Tastatur und Docking-Station ausgeliehen, um den Laptop vernünftig an meinen Monitor anschließen zu können. Auf Dauer am Laptop Bildschirm arbeiten macht keinen Spaß und ist ergonomisch nicht sinnvoll. Aber jedes Mal unter den Schreibtisch krabbeln um die Kabel vom Desktop-PC umzustecken ist genauso wenig sinnvoll.

Da wir in der Regel 4 Tage bei dem Projekt vor Ort waren, hatten viele uns dort Projektwohnungen. Um zu verhindern, dass bei dem nächsten – bisher nicht absehbaren – Aufenthalt der Inhalt des Kühlschranks schon das Feuer erfunden hat, wurde durch unser Team vom Travel Management veranlasst, dass von dem Putzdienst der Inhalt der Kühlschränke restlos entsorgt wird.

Als essentiell während der täglichen Arbeit hat sich bei uns herausgestellt, dass wir einen einfachen Chat (in Form von Slack) haben, über den wir uns absprechen können. In diesem können wir auch mal den üblichen Smalltalk halten. Interessanterweise hat das an einigen Stellen sogar zu einer erhöhten Produktivität geführt, denn nun gibt es themenbezogene Kanäle, wie z.B. einen für alle Entwickler. Wenn Fragen auftreten, können wir diese einfach in dem entsprechenden Kanal stellen. Daher müssen wir nicht mehr durch den Flur laufen und jemanden Suchen, mit dem wir drüber reden können. Das sorgt an vielen Stellen für mehr Transparenz, da es nun einfacher ist Dinge in einer größeren, passenden Gruppe zu fragen. Früher wurde meistens der Lieblingsansprechpartner am Schreibtisch gegenüber gefragt.

Um den Zusammenhalt im Team und die Gespräche an der Kaffeemaschine zu ersetzen, gibt es einen Regeltermin namens „virtuelle Kaffeemaschine“, in dem wir uns ungezwungen unterhalten können. Auch wenn dort immer wieder mal Projektthemen aufkommen wird auch viel nicht projektrelevanter Smalltalk betrieben. Genauso ist es vollkommen okay, wenn beim Daily ein paar Minuten vorher und/oder nachher Smalltalk gemacht wird. Auch wenn das Meeting dadurch länger dauert.

Für mich als Entwickler ist es praktisch, dass ich in Meetings bei denen ich nur zuhören muss, weil für mich relevante Themen besprochen werden könnten, nebenher entwickeln kann. Ich bin dadurch informiert was sich tut, ohne dass ich das Gefühl habe sinnlos Zeit in Meetings abgesessen zu haben.

Besonders herausfordernd war und ist allerdings das Onboarding neuer Projektmitarbeiter. So hat das Projekt in der Zeit der Remotearbeit mehrere neue Leute an Bord genommen. Das war nicht immer einfach, weil dabei der persönliche Kontakt komplett fehlt und wir uns gegenseitig nur über das Telefon oder gelegentlich mal eine Videokonferenz kennenlernen können. Aber dank gutem Willen und Motivation von beiden Seiten bringen auch die neuen Mitarbeiter dem Projekt einen echten Mehrwert.

Alles in allem kann ich sagen, dass der Umzug ins Home Office deutlich einfacher abgelaufen ist als gedacht. Auch sind deutlich weniger Reibungsverluste aufgetreten, als ich zu Beginn befürchtet habe. Und es ist schön, dass in unseren Retrospektiven immer wieder „Das Team“ als positiv hervorgehoben wird. Wir schaffen es, auch wenn alle Remote arbeiten, ein Teamgefühl beizubehalten und darauf sind wir sehr stolz!“

 

Martin arbeitet seit April 2018 bei der Faktor Zehn als Lead Developer bei einem Kundenprojekt. Hauptsächlich beschäftigt er sich mit der Weiterentwicklung der Bestandssoftware Faktor-IPM.

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